Merlot – ein facettenreicher Roter
Die Merlot Traube gehört wie Cabernet Sauvignon zu den weltweit wichtigsten Traubensorten. Sie ist sehr populär, weil sie den Weinen einen weicheren, geschmeidigeren und fruchtigeren Charakter verleiht und kulinarisch zu sehr vielem passt.
In der Schweiz denken wir bei Merlot gerne ans Tessin, wo an über 90 Prozent aller Rebstöcke Merlot Trauben hängen. Allerdings sind den letzten Jahren Merlot-Weine aus dem Wallis sehr populär geworden.

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Aus ihr kann man eine derart breite Palette an Weinen vinifizieren, dass Merlot eine Winzer-Lieblingstraube ist – und das weltweit.
Denn Merlot eignet sich nicht nur alleine im Wein, man kann die Sorte auch wunderbar mit anderen assemblieren. Ein Bordeaux ist beispielsweise in den meisten Fällen eine Mischung aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc. In Argentinien wird gerne Malbec und Merlot vereint und in der Toskana mischt man Merlot gerne mit Sangiovese und Cabernet Sauvignon, um einige Beispiele zu nennen.
Merkmale
Merlot ist eine Rebsorte der gemütlichen und molligen Art mit weniger Tannin (Tannin ist wahrnehmbar und ertastbar am Gaumen als trockener Pelz) als Cabernet Sauvignon. Einen Merlot kann man daher schon in seinen jungen Jahren geniessen. In der Aromatik ist meistens Erdbeerkompott und etwas Pfeffer auszumachen, sowie Schokolade, Pflaumen und Holunder. Er ist frisch und mittelschwer. Das ist eine Seite seines Gesichts.

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Je nach Vinifikationsmethode - mit oder ohne Barrique - und Qualität verändert sich sein Aromaprofil und man kann im Glas auch einen mächtigen, komplexen Rotwein antreffen, dessen Aromatik viele Facetten aufweist und Aromen von Schokolade, Kirschen und Zedernholz. Er wenn dekantiert, offenbart er seinen barocken, fülligen Charakter, der intensiv und schmelzig durch den Gaumen rollt. Solche Weine lassen sich auch gut einige Jahre reifen.
Weinbegleitung zu Speisen
Spannend und vielfältig sind auch die kulinarischen Kombinationsmöglichkeiten von Merlot. Bei dieser Traube handelt es sich um eine echte Passepartout-Sorte. Man kann den Wein sowohl zu Gerichten mit Fleisch (vom Rind, Kalb, Schwein), bis zu Geflügel und vegetarischen Gerichten servieren. Risotto mit Pilzen, Polenta mit Käse oder Rösti mit Speck passen genau so gut zu einem Glas Merlot, wie ein Gitzi, ein Entrecôte oder Coq au vin.
Idealerweise serviert man einen Merlot auch aus einem etwas grösseren Glas, damit der Wein schön «atmen» kann. Dekantieren ist auch nicht schlecht. Von der Temperatur her sollte er nicht zu war serviert werden, also bei rund 17-18 Grad.

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Da Merlot ein derart facettenreicher Rotwein ist, eignet er sich auch für eine Einladung oder ein Familienessen. Jeder wird schon einmal einen Merlot verkostet haben und etwas dazu zu erzählen haben.
Hier ist unsere Auswahl von 3 Merlots (Sélection des Vins du Valais 2026):
> Merlot Nadia Mathier 2024 - Adrian & Diego Mathier
> Merlot de Savièse 2024 - Bovanche
> Merlot 2025 - Taramarcaz
Warum dekantiert man einen Wein?
Ursprünglicher Zweck des Dekantierens ist den Wein vom Bodensatz (Depot) zu befreien, der sich bei der Lagerung gebildet hat. Inzwischen haben längst nicht mehr alle Weine einen Satz. Das hängt einerseits mit ihrer Machart zusammen (es wird heute viel stärker Filtriert) und andererseits lassen wir Weine gar nicht mehr so lange lagern wie früher.
Ein weiterer Zweck des Dekantierens ist den Wein «zu Wecken». Man muss sich vorstellen, dass er wie in einem Winterschlaf in der Flasche ruhte und jetzt endlich an die frische Luft darf. Sauerstoff lässt ihn aufleben und aufblühen. Wie der Wein jetzt auf diese neue Situation reagiert häng ganz vom Stil des Weines ab. Einfach ausgedrückt: je komplexer der Wein, desto besser tut ihm die Luft.