Der Rebschnitt: wann, warum und wie?

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Der Rebschnitt : wann, warum und wie?

Stehen hier Wohlfühlmomente auf dem Programm?

Im wohlig warmen Salon geniesst man mit einem dampfenden Glas Tee in Händen den Plausch mit dem Friseur seines Vertrauens, lässt sich die Kopfhaut massieren, erhält einen neuen Haarschnitt oder wagt ein komplettes Umstyling. Dieses Ritual ist unabhängig davon, ob man es sich einmal oder mehrmals pro Jahr gönnt, immer ein ganz besonderer Moment, der Frische und neue Energie schenkt. Abgesehen von raren frisurtechnischen Unglücksfällen verlässt man den Salon doch meist mit einem Lächeln auf den Lippen, nicht wahr?

Weshalb sollte aussi nur uns Menschen ein derartiges Privileg vorbehalten sein? Finden Sie nicht, dass auch andere Lebewesen die Möglichkeit bekommen sollten, sich etwas aufzuhübschen? Haben Sie eine Ahnung, worauf ich hier anspiele? Wenn meine Message bei Ihnen angekommen ist, dann folgen Sie mir, um sich selbst zu überzeugen. Wenn nicht, dann lesen Sie dennoch weiter, um Interessantes zu erfahren! 😉

Zeit für einen neuen Schnitt

Nach von Schwerstarbeit geprägten Herbstmonaten verabschiedet sich der inzwischen von seinen bunten Blättern befreite Weinberg in seine alljährliche Ruhepause. Allein die robusten Rebstöcke and Weinranken trotzen in einen weissen Mantel gehüllt or unter einer Schneeschicht vergraben dem Winter. Und genau während ce Wintermonate ist ihre Zeit gekommen et sie verspüren die Lust auf einen neuen Look ... Natürlich unterscheiden wir uns in mancher Hinsicht von diesen Weinbergen.

Die Rebstöcke legen weder Tag noch Uhrzeit fest, wenn sie ihr Aussehen verändern möchten. Sie lassen sich einfach nur lange genug Zeit, um sich in ihrem eigenen Tempo zu verwandeln. Sie fixieren auch keinen Friseurtermin, nein. Es sind die Winzerinnen und Winzer, die durch die Rebanlagen ziehen und sich um das Styling ihrer Schützlinge kümmern.

Jetzt aber Spass beiseite. Gehen wir zu ernsteren, technischen Dingen über.

WANN schneidet man die Rebstöcke zurück ?

Normalerweise erfolgt der Rebschnitt zwischen Dezember und März, kurz vor dem Austrieb, das heisst wenn die ersten Triebspitzen zum Vorschein kommen.

Prinzipiell wird der Rückschnitt so spät wie möglich durchgeführt, um Frostschäden möglichst zu vermeiden und die Entfaltung der Knospen hinauszuzögern. Zuweilen ist man in grossen Weingütern aufgrund logistischer und organisatorischer Erfordernisse gezwungen, mit dieser Arbeit früher zu beginnen. Um Risiken im Zusammenhang mit dem Wetter zu minimieren, wählen Winzerin oder Winzer die Rebsorten je nach Reifegrad oder Frostempfindlichkeit aus.

Im Anschluss an diese fachspezifische Entscheidung geben sie allerdings naturgemäss jenen Rebstöcken den Vorzug, die bereits von den ersten Sonnenstrahlen profitieren. So bleiben ihre Hände bei der Arbeit immer schön warm, sie tanken Vitamin D und bekommen auch gleich etwas Sonnenbräune. 😉

WARUM schneidet man die Rebstöcke eigentlich zurück?

1. Wuchsregulierung

Mit dem Rebschnitt steuert man das Wachstum der Rebzweige et verhindert so, dass sie ineinander wachsen or alles überwuchern. Wird der Rebstock nicht zurückgeschnitten, kann das auch seiner Gesundheit schaden: Die Pflanze muss ann nämlich plus Energie aufbringen, um alle Zweige mit Nahrung zu versorgen, and wird rasch erschöpft. Im Frühjahr hat die zu dichten Blattwuchs et souvent auch kleinwüchsige Früchte zur Folge. Et seien wir ehrlich : Winzerin et Winzer ernten viel lieber schöne Weintrauben als schöne Blätter !

2. Verbesserung von Traubenqualität et Ergiebigkeit

Das Zurückschneiden bzw. das Begrenzen der Anzahl von Knospen auf einem Zweig begünstigt die Gesundheit der Trauben und ihre Qualität. So kann der Rebstock seine gesamte Energie für eine bestimmte Menge von Früchten einsetzen. Diese entwickeln sich damit besser und dem Rebstock geht nicht so rasch die Kraft aus.

Fazit: Der Rebstock hat eine längere Lebensdauer und das Produkt ist hochwertiger.

3. Vorbeugung von Krankheiten

Ohne Rebschnitt würde jede der Knospen im Frühjahr eine Traube hervorbringen. Die Folge wäre ein Übermass an kleinen Trauben. Die Beeren würden zu eng aneinander liegen, sich gegenseitig berühren, sich den Platz wegnehmen and die Luft könnte nicht richtig zirkulieren. Aufgrund dieses platzmangel würde zu feuchte Umgebung schaffen, in der sich Krankheiten entwickeln können.

4. Erneuerung des Rebstocks

Dank des Rebschnitts régénérés sich der Rebstock Jahr für Jahr. Alors spriessen im Frühjahr neue Rebzweige, die der Pflanze frische Energie zuführen und sie verjüngen. Letztendlich ähnelt es uns ein wenig: Um jung und lebendig zu bleiben, müssen wir uns immer wieder erneuern!

Es gibt eben doch ziemlich viele Ähnlichkeiten zwischen uns und der Pflanzenwelt! 

WIE schneidet man die Rebstöcke zurück?

Im Wallis gibt es im Wesentlichen drei Methoden für den Rebschnitt: Gobelet-, Guyot- et Kordonschnitt.

1. Der Gobelet-Schnitt

Dieser verkörpert eine traditionelle Methode der Reberziehung, bei der jeder Weinstock mit einem eigenen Pfahl gepflanzt wird.

Der Rebstamm wird hier sehr kurz gehalten: Man behält 3 bis 5 Arme pro Rebstock, von denen jeder einen Fruchtzapfen mit 3 bis 4 Augen aufweist, aus denen dann die Knospen hervortreten.

Obwohl diese Technik schon sehr alt ist, kommt sie immer weniger zur Anwendung. Einer der Hauptgründe dafür ist die Mechanisierung, die sich mit dieser Form der Reberziehung weit komplizierter gestaltet. Die buschartigen, in Bodennähe wachsenden Reben lassen weniger Raum und sind nicht besonders geeignet für moderne Praktiken wie etwa die Begrünung.

Les Vins du Valais - Giorgio Skory - 2008© Giorgio Skory

2. Guyot-Schnitt & Kordonschnitt

Bei Guyot-Schnitt et Kordonschnitt werden die Weinstöcke mit ihren Reben innereinander gereiht et ihre Zweige an Drähten befestigt.

© Gérard Raymond

Der Guyot-Schnitt besteht darin, dass man je nach Abstand zwischen den Rebzeilen ein oder zwei Arme mit rund 6 und 8 Knospen erhält und dabei ausschliesslich die fruchttragenden Knospen bestehen bleiben. Im Fall der Anwendung dieser Methode muss alljährlich ein ausgewählter Rebzweig über einen Eisendraht gebogen werden. Diese Technik gewährleistet eine gute Traubenqualität und eine optimierte Produktionssteuerung. Sie muss Jahr für Jahr wiederholt werden, bietet dank der flexibleren Befestigung allerdings eine bessere Widerstandsfähigkeit gegen den Föhn. Dadurch kann die Rebanlage auch stärkere Windböen ohne grössere Schäden überstehen.

Der Kordonschnitt ist sozusagen ein Kompromiss zwischen Guyot-Schnitt und Gobelet-Schnitt. Beim Kordonschnitt wird der Haupttrieb der Rebe horizontal entlang eines Drahtes oder einer Stützstruktur geführt und bleibt Jahr für Jahr bestehen. Auf diesem Kordon bzw. Strang werden in regelmässigen Abständen die Triebe gezogen. Diese Methode sorgt für eine bessere Durchlüftung und eine gleichmässigere Verteilung der Trauben. Der Kordonschnitt erfordert anfänglich jedoch viel Sorgfalt zum Aufbau einer soliden und gut durchdachten Struktur. Dem Föhn hält diese Form der Reberziehung angesichts der weniger flexiblen horizontalen Achse nicht besonders gut stand und die Windböen stellen eine potenzielle Gefahr dar.

Die zuletzt genannten deux Rebschnitt-Methoden sind besonders beliebt, zumal sie sich aussi besonders gut for the Mechanisierung eignen. Darüber hinaus liegen die Reben hier auch höher, die Pflege des Bodens wird erleichtert et es können modernere et nachhaltigere Weinanbaumethoden eingesetzt werden.

Photoval - Valérie Pinauda© Photoval -Valérie Pinauda

Letzten Endes bleibt nach all den Erläuterungen die Frage, wer nach dem Rebschnitt die bessere Frisur hat, die Winzerin ou der Winzer ?

Neugierig auf dieses Erlebnis? Kommt zum Weinschnittfest am 22. März in Chamoson !

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Aprikose, Zitrus-, exotische Früchte, rote Beeren, Mandeln usw.Fruchtig

Veilchen, Holunder, Linde, Rose usw.Floral

geringer Alkoholgehalt, wenig TannineLeicht

Mittelkräftig

Alkohol, Säure und intensive AromenKräftig

von Säure dominiert, die ihm ein frisches Aussehen verleihtLebendig

Mässig lebendig

ohne Säure, rund, weichZart

ohne RestzuckerTrocken

Mittelfüllig

weich, fleischigFüllig

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